Pressemitteilung: Stiftungspreis 2012 verliehen

04.12.2012 - 12:00

PRESSEMITTEILUNG – 04.12.2012

DHPStiftungspreis 2012
Herausragende Projekte im Hospiz- und Palliativbereich ausgezeichnet

Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung verleiht erstmals den DHPStiftungspreis

„Wir freuen uns über die Bewerbungen zahlreicher unterschiedlicher Projekte. Sie sind ein Zeichen der Vielfalt und Lebendigkeit hospizlichen und palliativen Engagements in den Regionen Deutschlands“, so Marlene Rupprecht, MdB, Vorsitzende der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung (DHPStiftung) anlässlich der Verkündung der diesjährigen Preisträger des DHPStiftungspreises 2012.

Erstmals in diesem Jahr hat die DHPStiftung den DHPStiftungspreis vergeben. Ausgezeichnet werden Projekte, die innovativ sind, Modellcharakter haben, und dadurch auf andere Hospiz- und Palliativeinrichtungen und Initiativen übertragen werden können. Im Einzelnen werden die Preise an folgende Projekte vergeben:

  • 1. Preis: Hospizlich-Palliatives Versorgungsnetz Isar-Inn, Koopera-tionsprojekt der Landkreise Altötting, Dingolfing-Landau, Landshut, Rottal-Inn mit dem Hospizverein Altötting, der Hospizgruppe Dingolfing-Landau, dem Hospizverein Rottal-Inn und dem Hospizverein Landshut. (Übergabe am 13. Dezember);
  • 2. Preis: „Kleinod“ – Ambulanter Hospizdienst für Menschen mit Demenz, St. Vinzenzhaus, Köln-Brück. (Übergabe am 6. Dezember);
  • 3. Preis: Begleitung Verstorbener ohne bestattungspflichtige Angehörige, Hospizverein “Geborgen bis zuletzt“ im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreisverband Hildesheim e.V. (Übergabe am 8. Dezember).

Mit der Auszeichnung möchte die Deutsche Hospiz- und Palliativ-Stiftung diese Projekte öffentlich machen (Zur Begründung siehe weiter unten). „Die Preisträger sind Best-Practice-Projekte, die durch ihre Kreativität und Beharrlichkeit neue Wege in der Versorgung und Begleitung der schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen beschreiten. Wir hoffen, dass sie in Deutschland zur Nachahmung anregen“, so Rupprecht weiter. Die drei Preise, die mit 2.500 €, mit 1.500 € und 1.000 € dotiert sind, werden noch im Dezember in den einzelnen Regionen vor Ort an die jeweiligen Projektverantwortlichen übergeben.

In der Jury vertreten sind Ulla Schmidt, MdB, Schirmherrin der Stiftung, Franz Müntefering, MdB, Stiftungsratsmitglied, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Bundesjustizministerin a.D., Schirmherrin des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands, Dr. Christoph Mecking, Chefredakteur von Stiftung & Sponsoring. Der Stiftungspreis der DHPStiftung wird auch im nächsten Jahr wieder ausgeschrieben.

DHPStiftungspreis 2012: Begründung zur Preisvergabe

1. Preis: Hospizlich-Palliatives Versorgungsnetz Isar-Inn, Kooperationsprojekt der Landkreise Altötting, Dingolfing-Landau, Landshut, Rottal-Inn mit dem Hospizverein Altötting, der Hospizgruppe Dingolfing-Landau, dem Hospizverein Rottal-Inn und dem Hospizverein Landshut
Der Aufbau der Strukturen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung ist eine der großen Aufgaben der Hospizbewegung in unseren Tagen. Das Modell zeigt, wie durch Vernetzung, Kooperation und Koordination eine tragfähige Versorgungsstruk-tur aufgebaut werden kann. Es wartet nicht erst auf die Finanzierung und gesetzliche Regelungen, sondern beginnt dort, wo ein Versorgungsdefizit erkannt wird, aktiv zu werden.   
Mittlerweise findet das Modellprojekt bayernweite Nachahmung. Die Verleihung des DHPStiftungspreises ist ein deutliches Signal an Kommunen und Hospizvereine, sich gemeinsam Gedanken zu machen, wie eine flächendeckende Versorgung aufzubauen und zu koordinieren ist.

2. Preis: „Kleinod“ – Ambulanter Hospizdienst für Menschen mit Demenz, St. Vinzenzhaus, Köln-Brück
Der Hospizdienst für Menschen mit Demenz ist auf herausragende Weise in ein bestehendes Netzwerk integriert und versteht sich als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zu bereits etablierten Diensten. Den Partnern in der Region bietet es durch die Spezialisierung seines Angebots einen wertvollen Erfahrungsaustausch.      
Die Begleitung an Demenz erkrankter Patientinnen und Patienten wird aufgrund der demographischen Entwicklung zunehmend zu einem der zentralen Themen in der Hospiz- und Palliativarbeit. Die Ausbildung der Ehrenamtlichen in diesem Feld muss dies berücksichtigen und bedarf daher dringend der Nachbesserung. Die Erfahrungen in diesem Projekt setzen hierzu Impulse.

3. Preis: Begleitung Verstorbener ohne bestattungspflichtige Angehörige, Hospizverein “Geborgen bis zuletzt“ im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreisverband Hildesheim e.V.
Eine menschenwürdige Begleitung bis zuletzt umfasst auch die würdige Gestaltung des Abschieds. Dazu gehört, dass niemand einsam bestattet werden sollte. Noch immer aber wird der Gestaltung des Abschieds in der Praxis zu wenig Beachtung geschenkt. Das Projekt will dazu beitragen, dass ein würdevoller Abschied gelingen kann – auch mit geringen Mitteln und unter Einbeziehung von Menschen, die den verstorbenen Menschen im Leben kannten. Gleichzeitig verdeutlicht das Projekt, wie wertvoll das Engagement der Ehrenamtlichen auch zu diesem Zeitpunkt ist.
Das Projekt erweitert den Blickwinkel der Hospiz- und Palliativbewegung. Es wird deutlich, dass ehrenamtliches Engagement in unserer Gesellschaft nicht nur einen wesentlichen Beitrag in der letzten Lebensphase leisten kann, sondern darüber hinaus auch ein würdevolles Abschiednehmen in der Gemeinschaft ermöglicht.

Die Stiftung wurde 2010 vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband, dem Dachverband von über 1000 Hospizvereinen und Palliativeinrichtungen, als selbständige Stiftung gegründet. Sie will dazu beitragen, die Situation schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern. Die Stiftung fördert die Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung, öffentlicher Gesundheitspflege sowie Mildtätigkeit. Weitere Informationen auf der Internetseite der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung.

Kontakt: Dr. Julia von Hayek, Stabsstelle Presse u. Öffentlichkeitsarbeit der DHPStiftung

Die Pressemitteilung als Download (pdf-Dokument)

Zurück